Powstanie Warszawskie

Steinkirchen- Dolna Saksonia - Niedersachsen



Stade Tageblatt 12.04.2017:

Steinkirchens unbekannter Soldat hat einen Namen



: Das Grab in Steinkirchen: „Hier ruht in Frieden ein unbekannter Soldat“. Sein Name ist Waclaw Szelagowski . Fotos: Quelle

Das Grab in Steinkirchen: „Hier ruht in Frieden ein unbekannter Soldat“. Sein Name ist Waclaw Szelagowski . Fotos: Quelle    „Hier ruht in Frieden ein unbekannter Soldat“ – mehr verrät das Grabmal auf dem Steinkirchener Friedhof nicht über den Menschen, der dort begraben liegt. Die Identität des Toten ist nun ermittelt worden: Sein Name lautet Waclaw Szelagowski. April 1945 starb der polnische Offizier Waclaw Szelagowski in Guderhandviertel. In Steinkirchen wurde er begraben – als unbekannter Soldat. Dass zu dem anonymen Kriegerdenkmal nach mehr als 70 Jahren einegudehndviertel Identität ermittelt werden konnte, beruht auf der Recherche von Michael Quelle. Quelle ist Sprecher der VVN-BdA-Kreisvereinigung Stade (Bund der Antifaschisten) und setzt sich seit mehr als 20 Jahren für das Gedenken an die Nazi-Opfer im Landkreis Stade ein. Beim Durcharbeiten von Kriegsgräberlisten im niedersächsischen Landesarchiv stieß er auf einen Eintrag zu dem Steinkirchener Grab und begann, sich auf die Suche nach dem Unbekannten zu machen. „Kriegsgefangenenlager XB 224834“ – dieser Vermerk in der Kriegsgräberliste verriet Quelle, wo er nach weiteren Informationen über den unbekannten Soldaten suchen musste. „Das Lager XB befand sich in Sandbostel, also habe ich mich mit der Stiftung Lager Sandbostel in Verbindung gesetzt.“ Im Lager war der Gefangene eine Nummer: 224834. Quelle hoffte, über sie einen Namen herauszufinden, so dass dem Unbekannten eine Identität zurückgegeben werden kann. Die Antwort aus Sandbostel kam prompt. In der Datenbank aus dem Museum des Warschauer Aufstandes gab es unter der Nummer 224834 einen Treffer. Der unbekannte Tote heißt Wacław Szelagowski. Sein Todesdatum ist bekannt, nicht jedoch sein Geburtsdatum. Die Geschichte des Soldaten Szelagowski war ein Angehöriger der polnischen Heimatarmee Armia Krajowa. Diese kämpfte im August 1944 für die Selbstbefreiung der Polen im von deutschen Besatzungstruppen besetzten Warschau. Szelagowski war Mitglied der 1 Kompanie plut 158 und wurde in Golski gefangen genommen. Szelagowski ist im Kriegsgefangenlager Sandbostel registriert worden. Wie er von dort aus in den Kreis Stade gekommen ist, ist nicht geklärt. In dem Antwortschreiben aus Sandbostel an Michael Quelle werden zwei mögliche Wege skizziert: Szelagowski könnte über ein Arbeitskommando in die Region gekommen sein – dies sei jedoch unwahrscheinlich für einen Offizier. Szelagowski könnte auch am Ende des Krieges in einem Fußmarsch mit anderen Kameraden in Richtung Lübeck unterwegs gewesen sein, wo sich ein Offizierslager mit Polen befand. Nachdem in Sandbostel das Marinelager (Marlag) geräumt worden war, um Platz für KZ-Häftlinge zu machen, sind viele Kriegsgefangene aus Sandbostel verlegt worden. Sie kamen in langen Kolonnen durch Dörfer und Städte. Einige dieser Märsche sind durch den Landkreis Stade gekommen, meist auf dem Weg nach Schleswig-Holstein. Es könnte also sein, dass Szelagowski auf einem Marsch verstorben ist. So weit die Informationen, die über Szelagowski im Archiv Sandbostel vorliegen. „Es wird schwierig, mehr herauszufinden“, sagt Quelle. Um weitere Nachforschungen über Szelagowski anzustellen, bliebe noch der Versuch, polnische Hinterbliebene ausfindig zu machen. Dank der Recherche von Michael Quelle ist es nun möglich, dem Unbekannten seine Identität zurückzugeben. Die Gemeinde Steinkirchen ist für das Denkmal auf ihrem Friedhof zuständig. Sie könnte veranlassen, dass das Grab umgestaltet wird und hierfür auch Zuschüsse beantragen. Mehr als 72 Jahre nach seinem Tod würde der unbekannte Soldat Waclaw Szelagowski dann seinen Namen zurückbekommen – und einen Ort, an dem an ihn erinnert wird.



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  • Stade Tageblatt 12.04.2017:




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